Algen

1. Fadenalgen: Die grünen Gespinste

Fadenalgen sind lang und filamentös und treten oft als grüne oder braune Fäden an Pflanzen und Deko auf. Sie sind meist ein Zeichen für ein Überangebot an Licht oder Nährstoffen bei gleichzeitigem CO_2-Mangel.

  • Vorbeugung: Regulierung der Beleuchtung und eine ausgewogene Düngung.
  • Bekämpfung: Manuelles Aufwickeln (z. B. mit einem rauen Schaschlikspieß) und der Einsatz von Amanogarnelen, die diese Algenart besonders gerne fressen.

2. Pinsel- und Bartalgen: Die hartnäckigen Rotalgen

Diese kurzen, bürstenartigen Büschel (grün, grau bis schwärzlich) sind besonders stabil, da sie Kalk einlagern. Sie entstehen oft durch ein Ungleichgewicht von Eisen und CO_2 sowie durch zu wenig Wasserbewegung.

  • Vorbeugung: Kontrolle der Phosphatwerte PO_4 und Optimierung der CO_2-Zufuhr.
  • Bekämpfung: Befallene Blätter entfernen oder Dekoration abschrubben. Ein Geheimtipp ist das "Einnebeln": Mit einer Spritze wird Wasserstoffperoxid H_2O_2 oder flüssiger Kohlenstoffdünger unter Wasser direkt auf die Algen aufgetragen. Diese sterben daraufhin ab (färben sich oft rötlich oder weiß) und werden dann sogar von Garnelen gefressen.

3. Blaualgen (Cyanobakterien) und die Dunkelkur

Blaualgen bilden einen schmierigen, blaugrünen Teppich und riechen oft unangenehm muffig. Da es Bakterien sind, hilft hier oft nur eine radikale Lichtunterbrechung.

Die Durchführung der Dunkelkur:

Wenn die Blaualgen überhandnehmen, ist eine 6 bis 7-tägige Dunkelkur das effektivste Mittel. Das Aquarium wird dabei komplett lichtdicht mit Decken oder Pappe abgedeckt.

  • Umgang mit den Fischen: Deine Fische müssen für die Dunkelkur nicht entfernt werden. Sie bleiben im Becken, da das Umsetzen unnötigen Stress bedeuten würde.
  • Fütterung: Während der gesamten Kur gilt ein absoluter Futterstopp. Keine Sorge: Gesunde Fische überstehen eine Woche ohne Futter problemlos, da ihr Stoffwechsel im Dunkeln herunterfährt. Ungefressenes Futter würde im Dunkeln nur das Wasser belasten.
  • Sauerstoffversorgung: Da Pflanzen im Dunkeln keinen Sauerstoff produzieren, aber die absterbenden Bakterien viel Sauerstoff verbrauchen, ist eine zusätzliche Belüftung (Sprudelstein oder starke Oberflächenbewegung) lebenswichtig. Eine vorhandene CO_2-Anlage muss zwingend ausgeschaltet werden.
  • Nach der Kur: Sobald das Licht wieder angeht, ist ein massiver Wasserwechsel von mindestens 80% erforderlich, um die gelösten Giftstoffe und Nährstoffe der abgestorbenen Blaualgen aus dem System zu entfernen.

4. Kieselalgen: Der braune Belag

Kieselalgen bilden oft einen staubigen, braunen Belag auf Scheiben und Pflanzen, meist in der Einlaufphase oder bei hohem Silikatgehalt im Leitungswasser.

  • Bekämpfung: Sie verschwinden oft von selbst, wenn die Pflanzen anfangen zu wachsen. Unterstützend kann ein Beutel Silikat EX in den Filter oder direkt ins Wasser gehängt werden, um den Algen die Nahrungsgrundlage (Kieselsäure) zu entziehen. Otocinclus-Welse sind zudem hervorragende Kieselalgenfresser.

5. Schwebealgen: Das grüne Wasser

Wenn das Wasser so trüb wird, dass man kaum noch hindurchsehen kann, handelt es sich meist um Schwebealgen.

  • Ursache: Nährstoffspitzen und zu viel direktes Sonnenlicht.
  • Bekämpfung: Neben großen Wasserwechseln hilft hier ein UV-C-Klärer am schnellsten, der die Algen im Durchfluss abtötet.

6. Ursachenforschung und langfristige Strategie

Algen treten immer dann auf, wenn das "Gesetz des Minimums" greift: Wenn nur ein einziger Faktor (Licht, CO_2, Nitrat, Phosphat, Kalium oder Eisen) fehlt oder im Übermaß vorhanden ist, stagnieren die Pflanzen und die Algen übernehmen.

  • Pflanzen als Konkurrenz: Setze viele schnellwachsende Arten ein, um den Algen die Nahrung zu nehmen.
  • Hygiene: Entferne regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile und Mulm, um Phosphatdepots zu vermeiden.
  • Geduld: Jedes Aquarium braucht Zeit, um ein biologisches Gleichgewicht zu finden. Vermeide zu häufige, radikale Änderungen an der Düngung oder Beleuchtung.