Schädlinge

1. Die häufigsten Plagegeister im Check

Planarien (Strudelwürmer)

Diese flachen Würmer erkennst du meist an ihrem dreieckigen Kopf und den zwei Augenflecken. Sie sind gefährlich für Garnelennachwuchs und Eier.

  • Bekämpfung: Fallen reduzieren den Bestand, doch nur Mittel wie "No-Planaria" (oft auf Betelnuss-Basis) wirken radikal.
  • Wichtiger Zusatz: Diese Mittel sind für fast alle Zierschnecken (besonders Renn- oder Geweihschnecken) absolut tödlich. Da Planarien oft bei Zersetzung Giftstoffe abgeben, ist eine gute Belüftung während der Kur Pflicht.

Scheibenwürmer (Wenigborster)

Dünne, meist weißliche Würmer, die sich schlängelnd an der Scheibe bewegen.

  • Entwarnung: Sie sind harmlos und oft ein Zeichen für ein Überangebot an Nährstoffen oder Futterresten.
  • Tipp: Reduziere die Fütterung, dann regelt sich die Population meist von selbst, da sie von vielen Fischen als Snack betrachtet werden.

Hydra (Süßwasserpolypen)

Diese kleinen "Mini-Palmen" fangen mit ihren Tentakeln Kleinstlebewesen.

  • Einschätzung: Sie sind ein Indikator für sehr sauberes Wasser. In Garnelenbecken können sie jedoch zum Problem für den Nachwuchs werden.
  • Ergänzung: Wer sie nicht manuell entfernen will, kann sie gezielt mit $H_{2}O_{2}$ oder flüssigem Kohlenstoffdünger (Easy Carbo) "einnebeln".

Egel (z. B. Schneckenegel)

Diese Parasiten bewegen sich oft raupenartig fort und haften fest an ihren Opfern.

  • Maßnahmen: Hier hilft meist nur die manuelle Entnahme mit einer Pinzette. Achte darauf, den Egel nicht zu zerquetschen, da er sonst Eier oder Gewebe freisetzen könnte.

Libellenlarven (Der "Raubritter")

Oft durch neue Pflanzen eingeschleppt, lauern sie im Verborgenen auf Beute. Sie fressen alles, was sie überwältigen können, inklusive kleiner Fische und Garnelen.

  • Maßnahme: Sofortige manuelle Entnahme. Da viele Arten unter Naturschutz stehen, sollten sie (sofern heimisch) in einen Teich umgesetzt werden.

2. Die Rettung: Das Kurzzeit-Salzbad

Ein Salzbad ist die "Erste Hilfe" bei Saugwürmern (Scutariella Japonica), die oft als kleine weiße Stifte am Kopf von Garnelen sitzen.

  • Rezeptur: Nutze 10 bis 15 g jodfreies Salz auf 1 Liter Aquarienwasser.
  • Durchführung: Die Garnele für 30 Sekunden bis maximal 2 Minuten baden.
  • Wichtig: Bleib direkt daneben stehen. Sobald das Tier kippt oder extrem hektisch wird, muss es sofort zurück ins Süßwasser. Das Salz löst die Parasiten, schädigt aber die Schleimhäute der Garnele bei zu langer Dauer.

3. Prävention: Pflanzen-Quarantäne mit H_2-O_2

Damit Schädlinge gar nicht erst einziehen, ist eine Desinfektion neuer Pflanzen der sicherste Weg.

  • Die Mischung: Verwende eine 3%ige H_2-O_2-Lösung im Verhältnis 1:10 mit Wasser.
  • Das Bad: Tauche die Pflanzen für etwa 5 bis 10 Minuten komplett unter. Dies oxidiert organische Beläge, tötet Algensporen, Schneckeneier und Parasiten ab.
  • Vorsicht: Moosarten und sehr feingliedrige Pflanzen wie Vallisnerien oder Cryptocorynen können empfindlich reagieren ("Schmelzen"). Hier die Zeit auf 2 bis 3 Minuten reduzieren.
  • Alternative: Setze auf In-Vitro Pflanzen. Diese sind im Labor steril gezüchtet und garantiert frei von Schnecken, Parasiten und Pestiziden.

4. Allgemeine Hygiene-Tipps

  • Auskochen: Steine und Wurzeln vor dem Einsetzen abkochen oder mit heißem Wasser übergießen.
  • Futtermanagement: Weniger ist mehr. Futterreste sind die Geburtsstätte vieler Plagen.
  • Neuzugänge: Auch neue Fische oder Garnelen sollten idealerweise eine kurze Quarantäne in einem separaten Gefäß durchlaufen, bevor sie ins Hauptbecken kommen.