Futter

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Die richtige Ernährung für vitale Wirbellose

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für farbenprächtige Garnelen und eine erfolgreiche Vermehrung. Da Garnelen im Aquarium permanent den Boden und Oberflächen nach Nahrung absuchen, sollte ihr Speiseplan abwechslungsreich gestaltet sein.

1. Industrielles Basisfutter

  • Pellets und Sticks: Dies ist die gängigste Form. Der große Vorteil: Sie sinken sofort zu Boden und lösen sich nur langsam auf. So können die Garnelen das Futter in Ruhe abweiden, ohne dass das Wasser durch zerfallende Flocken belastet wird.
  • Flockenfutter: Gut geeignet für Gesellschaftsaquarien. Da Flocken jedoch oft an der Oberfläche treiben oder schnell im Filter landen, sind sie als Alleinfutter für Garnelen weniger effizient als sinkende Partikel.
  • Spezial- & Aufzuchtfutter: Staubfutter (sehr feines Pulver) ist überlebenswichtig für den Nachwuchs. Es verteilt sich im gesamten Becken, sodass die winzigen Junggarnelen, die sich anfangs kaum bewegen, überall Nahrung finden.

2. Naturnahe Ernährung & Botanicals (Wichtig!)

Garnelen lieben es, Oberflächen abzuweiden. In der Natur ernähren sie sich primär von Biofilmen und abgestorbenem organischen Material.

  • Laub (Seemandelbaumblätter, Herbstlaub): Ein Muss in jedem Garnelenbecken. Es dient als Dauerfutterquelle, da sich darauf wertvolle Mikroorganismen bilden. Zudem geben Blätter Gerbstoffe ab, die die Häutung unterstützen und antibakteriell wirken.
  • Erlenzapfen: Sie wirken ähnlich wie Laub, senken leicht den pH-Wert und bieten den Garnelen ein natürliches Versteck zur Nahrungssuche.
  • Brennnessel & Spinat: In getrockneter Form oder als gepresste Sticks liefern sie wichtige Vitamine und pflanzliche Proteine.

3. Protein- und Mineralstoffversorgung

  • Gezielte Proteine: Garnelen benötigen Proteine für das Wachstum und die Eibildung. Diese sollten jedoch maßvoll gefüttert werden (z. B. 1–2 Mal pro Woche durch Artemia oder spezielles Proteinfutter), da ein Übermaß an Protein zu zu schnellem Wachstum und damit zu Häutungsproblemen führen kann.
  • Mineralfutter: Um einen stabilen Panzer aufzubauen, benötigen Garnelen Mineralien wie Kalzium und Magnesium. Spezielles Mineralfutter oder Mineral-Steine helfen dabei, den Panzer nach der Häutung schnell auszuhärten.

4. Besondere Highlights

  • Shrimp Lollies: Mit Futter beschichtete Holzspieße, die in den Boden gesteckt werden. Sie sind ideal, um alle Garnelen an einem Ort zu versammeln – perfekt für einen „Check“ der Tiere oder für Fotos.

Fütterungs-Tipp für die Praxis:

Weniger ist mehr: Garnelen finden im Mulm und auf Pflanzen meist schon viel Nahrung. Füttere nur so viel, wie innerhalb weniger Stunden gefressen wird. Ungefressenes Futter sollte entfernt werden, um die Wasserqualität (Stichwort: Phosphat!) nicht zu gefährden. Ein "Fastentag" pro Woche schadet den Tieren nicht und regt sie dazu an, das Aquarium nach Algen abzusuchen.

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Abwechslung ist der Schlüssel zur Vitalität

Die richtige Fütterung deiner Fische ist mehr als nur eine tägliche Routine – sie entscheidet über die Farbkraft, das Immunsystem und die Lebenserwartung deiner Tiere. Da jede Fischart unterschiedliche Ansprüche hat (Oberflächenfresser, Bodenbewohner, Fleisch- oder Pflanzenfresser), sollte auch das Futterangebot variieren.

1. Trockenfutter: Die praktische Basis

Trockenfutter ist lange haltbar und enthält meist einen ausgewogenen Mix aus Vitaminen und Mineralstoffen.

  • Flockenfutter: Der Klassiker für Fische in den mittleren und oberen Wasserschichten. Es schwimmt lange an der Oberfläche, bevor es langsam absinkt.
  • Granulat: Da es schneller sinkt als Flocken, ist es ideal für Fische in der mittleren Wasserzone (z. B. Salmler oder Buntbarsche). Es quillt im Wasser kaum nach und ist sehr nährstoffreich.
  • Futtertabletten & Wafer: Diese sinken sofort zu Boden. Wafer sind oft härter und ideal für Harnischwelse, die ihr Futter gerne "abraspeln".

2. Frostfutter: Die natürliche Kraftquelle

Frostfutter (z. B. Artemia, Daphnien, Mückenlarven) kommt der natürlichen Nahrung am nächsten und ist ein hervorragender Proteinlieferant.

  • Wichtiger Hinweis: Tauchen Sie Frostfutter immer in einem feinen Sieb auf und spülen Sie es unter fließendem Wasser ab. Das Auftauwasser ist extrem reich an Phosphat und würde dein Algenwachstum unnötig fördern.

3. Lebendfutter: Jagdtrieb und Vitalität

Ab und zu lebende Wasserflöhe oder Artemia anzubieten, fördert das natürliche Jagdverhalten deiner Fische. Es ist die hochwertigste Form der Ernährung, sollte aber aufgrund des hohen Proteingehalts eher als "Sonntagsessen" betrachtet werden.

4. Pflanzliche Kost & Gemüse

Viele Welse und auch einige Buntbarsche benötigen einen hohen Anteil an Ballaststoffen.

  • Gemüse: Überbrühte Gurkenscheiben, Zucchini oder Spinat werden von vielen Bodenbewohnern geliebt.
  • Achtung: Entferne Reste von frischem Gemüse spätestens nach 12 Stunden aus dem Becken, um die Wasserbelastung gering zu halten.


Ein gesundes Aquarium basiert auf der Balance zwischen dem, was wir hineingeben (Futter) und dem, was das System verarbeiten kann (Nitrifikation). Wer abwechslungsreich füttert und dabei die Wasserwerte im Auge behält, wird lange Freude an seinen farbenfrohen Bewohnern haben.

Natürliche Vitamine: Gemüse als Ergänzungsfutter

Frisches Gemüse ist eine hervorragende Ergänzung zum herkömmlichen Futter. Es liefert wichtige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien, die besonders für die Panzerbildung von Garnelen und die Verdauung von welsartigen Fischen essenziell sind.

Die richtige Vorbereitung: Sicher und bekömmlich

Damit das Gemüse für deine Aquariumbewohner gut verträglich ist, solltest du diese Schritte befolgen:

  • Gründliche Reinigung: Wasche das Gemüse unter fließendem Wasser ab. Verwende nach Möglichkeit Bio-Gemüse, um Belastungen durch Pestizide zu vermeiden.
  • Schneiden & Portionieren: Schneide das Gemüse in kleine Stücke oder Scheiben, damit es für die Tiere leicht zugänglich ist.
  • Blanchieren: Tauche das Gemüse für einige Minuten in kochendes Wasser. Das macht die harten Pflanzenfasern weich, wodurch Garnelen und Fische es leichter fressen können. Zudem werden schädliche Bakterien oder Rückstände entfernt.
  • Abkühlen: Gib das Gemüse niemals heiß ins Becken. Ein kurzes Abschrecken in kaltem Wasser stoppt den Garprozess.
  • Keine Zusätze: Verwende niemals Salz, Gewürze oder Öle. Diese Stoffe sind für Aquariumbewohner schädlich.

Beliebte Gemüsesorten und ihre Nährstoffe

Hier ist eine Übersicht der besten Sorten für dein Aquarium:

Zucchini
Enthält die Vitamine C, A und K sowie Calcium und Kalium. Sie wird nach dem Blanchieren sehr weich und ist ein idealer Snack für Saugwelse und Garnelen.

Gurke
Liefert Vitamin C, K und A sowie Calcium und Kalium. Dank ihres hohen Wasseranteils wird sie von fast allen Bewohnern schnell akzeptiert und gerne gefressen.

Paprika
Reich an Vitamin C und A sowie Kalium und Magnesium. Paprika enthält natürliche Carotinoide, welche die Farbkraft deiner Fische und Garnelen (besonders Rot-Töne) unterstützen können.

Spinat
Ein echtes Superfood mit Vitamin A, C und K sowie Eisen und Calcium. Er ist extrem reich an Mineralien, was besonders den Garnelen bei der Ausbildung eines stabilen Panzers hilft.

Brokkoli
Bietet viel Vitamin C und K sowie Kalium und Magnesium. Er ist sehr nährstoffreich, sollte aber nur kurz blanchiert werden, damit er nicht zu stark zerfällt.

Hokkaido-Kürbis
Enthält viel Vitamin A und Magnesium. Er kann frisch oder getrocknet gegeben werden und hat den Vorteil, dass er das Wasser kaum eintrübt.

Der Geheimtipp: Tiefkühl-Spinat

Tiefkühl-Spinat ist eine hervorragende und unkomplizierte Alternative zu frischem Blattspinat. Durch das Einfrieren werden die Zellstrukturen bereits aufgebrochen. Wenn er auftaut, ist er automatisch weich genug für die Tiere, ohne dass er lange gekocht werden muss.

Wichtig: Achte darauf, ausschließlich puren Blattspinat zu verwenden. Rahmspinat oder gewürzte Mischungen sind aufgrund von Sahne und Salz absolut tabu!

Wichtige Sicherheitshinweise

  • Reste entfernen: Gemüse belastet das Wasser stärker als Trockenfutter. Entferne alle Reste, die nach 12 bis 24 Stunden nicht gefressen wurden.
  • Befestigung: Da viele Gemüsesorten oben schwimmen, kannst du sie mit einem Futterhaken oder einem sauberen Edelstahllöffel am Boden fixieren.

Algen: Das natürliche Buffet für Garnelen

Algen haben oft einen schlechten Ruf, dabei sind sie in moderaten Mengen ein Zeichen für ein lebendiges Ökosystem und eine der wichtigsten natürlichen Nahrungsquellen für Garnelen. In der Natur verbringen Garnelen den Großteil des Tages damit, Algenbeläge nach fressbaren Partikeln abzusuchen.

Algenarten und ihre Bedeutung

Garnelen sind keine "Allesfresser", wenn es um Algen geht. Hier ist ein kurzer Überblick:

  • Grünalgen: Dies ist die bevorzugte Nahrungsquelle. Sie bilden oft feine Beläge auf Scheiben und Deko, die von Garnelen leidenschaftlich abgeweidet werden.
  • Kieselalgen (Braunalgen): Sie treten oft in der Einfahrphase auf. Garnelen fressen sie gerne, und meist verschwinden sie von selbst, sobald das biologische Gleichgewicht stabil ist.
  • Rotalgen (z. B. Pinselalgen): Diese sind sehr hart und hartnäckig. Die meisten Zwerggarnelen verschmähen sie; lediglich die bekannte Amanogarnele vergreift sich bei Nahrungsmangel an den jungen Trieben dieser Algen.
  • Blaualgen (Cyanobakterien): Achtung! Dies sind keine echten Algen. Sie sind oft schmierig, riechen unangenehm und werden von Garnelen gemieden. Ein Befall deutet meist auf ein massives Ungleichgewicht im Becken hin.

Aufwuchs: Mehr als nur grüner Belag

Wenn Garnelen an Algen zupfen, fressen sie oft nicht nur die Pflanze selbst, sondern den sogenannten Aufwuchs. Das ist ein Biofilm aus Mikroorganismen, Bakterien und Kleinstlebewesen, der auf den Algen siedelt. Dieser Biofilm ist extrem proteinreich und wichtig für die Vitalität der Tiere.

Algen unter Kontrolle halten

Ein gesundes Maß an Algen ist gut, doch eine "Explosion" deutet auf Probleme hin. So behältst du die Kontrolle:

  1. Nährstoffmanagement: Wie bereits im Abschnitt über Phosphat erwähnt, führen zu viele Nährstoffe zu Algenplagen. Regelmäßige Wasserwechsel sind die beste Vorbeugung.
  2. Beleuchtung: Eine zu lange Beleuchtungsdauer (über 10–12 Stunden) oder direktes Sonnenlicht fördert Algen massiv. Eine Mittagspause bei der Beleuchtung kann hier Wunder wirken.
  3. Manuelle Reinigung: Scheiben können mit einem Algenmagneten oder Schaber gereinigt werden. Lass aber die Rückscheibe gerne etwas "vergrünen" – deine Garnelen werden diese Wand als dauerhafte Futterstation lieben.

Der Profi-Tipp: Die "Algenstein-Zucht"

Wenn dein Aquarium "zu sauber" ist und du deinen Garnelen etwas Gutes tun willst, kannst du Algensteine selbst züchten:

  • Lege einige flache Steine in ein Glas mit Aquariumwasser.
  • Stelle das Glas an ein sonniges Fensterbrett.
  • Nach wenigen Tagen bildet sich ein schöner grüner Algenbelag.
  • Lege den "bewachsenen" Stein ins Aquarium – ein wahres Festmahl für deine Garnelen!

Fazit für die Fütterung

Manche Garnelenarten bevorzugen es, ihr Futter aktiv zu suchen, während andere gerne zu Boden sinkende Algentabletten oder Granulate annehmen. Eine Kombination aus natürlichem Algenaufwuchs und hochwertigem Zusatzfutter ist der beste Weg zu gesunden und vermehrungsfreudigen Tieren.

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Wer seine Fische und Garnelen besonders artgerecht ernähren möchte, kommt an Frost- und Lebendfutter nicht vorbei. Es liefert hochwertige Proteine, Fette und Ballaststoffe, die in Trockenfutter oft nur in verarbeiteter Form vorkommen.

1. Lebendfutter: Der Jagdtrieb erwacht

Lebendfutter ist die natürlichste Form der Ernährung. Die Bewegung der Futtertiere löst bei fast allen Fischen sofort den Jagdinstinkt aus.

  • Vorteile: Fördert die Vitalität, stärkt das Immunsystem und regt die Paarungsbereitschaft an.
  • Beliebte Arten: * Artemia-Nauplien: Ideal für die Aufzucht von Jungfischen und für Garnelen.Daphnien (Wasserflöhe): Ein super Ballaststofflieferant, der die Verdauung fördert.Weiße Mückenlarven: Schwimmen im Freiwasser und sind perfekt für Oberflächenfische.Enchyträen: Sehr energiereich (nur selten füttern!).
  • Sicherheit: Kaufe Lebendfutter nur im Fachhandel. Selbst gefangenes Futter aus Tümpeln kann Parasiten oder Krankheitserreger ins Aquarium einschleppen.

2. Frostfutter: Die praktische Alternative

Frostfutter ist schockgefrostetes Lebendfutter. Es bietet fast dieselben Nährstoffe, ist aber wesentlich einfacher zu lagern und das ganze Jahr über verfügbar.

  • Beliebte Sorten: Rote, weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops (Hüpferlinge) und Krill.
  • Für Garnelen: Besonders feines Frostfutter wie Cyclops oder Bosmiden wird von Garnelen gerne aus dem Wasser gefischt oder vom Boden aufgesammelt.

Wichtige Handhabung: Die „Goldenen Regeln“

Damit das hochwertige Futter nicht zum Risiko für deine Wasserqualität wird, solltest du diese Tipps beachten:

1. Frostfutter immer spülen!
Das ist der wichtigste Schritt: Taue die benötigte Menge in einem feinen Sieb (Artemiasieb) auf und spüle es unter fließendem, kaltem Wasser gründlich ab.

Hintergrund: Das Auftauwasser enthält extrem hohe Konzentrationen an Phosphat und organischen Belastungen. Würdest du den gefrorenen Würfel direkt ins Becken werfen, förderst du massiv das Algenwachstum.

2. Portionsweise füttern
Lebendfutter kann im Aquarium eine Weile überleben, aber Frostfutter verdirbt schnell. Füttere nur so viel, wie in wenigen Minuten gefressen wird.

3. Abwechslung ist alles
Füttere nicht jeden Tag die gleiche Sorte. Ein Mix aus verschiedenen Mückenlarven und Krebsgetier stellt sicher, dass deine Tiere alle notwendigen Aminosäuren erhalten.

Übersicht: Welches Futter für wen?

  • Für kleine Fische (Salmler, Guppys): Artemia, Cyclops, Wasserflöhe.
  • Für größere Fische (Buntbarsche): Krill, Mysis, rote Mückenlarven.
  • Für Garnelen: Artemia (sehr beliebt!), Cyclops und gelegentlich Daphnien.
  • Für Bodenbewohner (Welse, Panzerwelse): Sinkendes Frostfutter wie rote Mückenlarven oder Tubifex.
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Der perfekte Start ins Leben

Die Aufzucht von Jungfischen und Babygarnelen ist eine der spannendsten Herausforderungen in der Aquaristik. Da Nachwuchs einen extrem schnellen Stoffwechsel hat und sich Organe, Skelett oder Panzer erst entwickeln, ist die richtige Nahrung in den ersten Tagen lebensentscheidend.

1. Moderne Lösungen: Staubfutter & Pasten

Staubfutter ist ein extrem feines Pulver, das fast wie ein Nebel im Wasser schwebt.

  • Vorteil für Garnelen: Babygarnelen sind in den ersten Tagen sehr standorttreu. Staubfutter verteilt sich durch die Strömung im gesamten Becken, sodass die Nahrung direkt zu den Tieren gelangt.
  • Vorteil für Fischlarven: Sobald der Dottersack aufgezehrt ist, bietet Staubfutter die ideale Partikelgröße für winzige Mäuler.
  • Inhaltsstoffe: Achten Sie auf einen hohen Anteil an Spirulina und hochwertigen Proteinen für eine gesunde Entwicklung.

2. Der Goldstandard: Artemia-Nauplien

Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien gelten als das beste Aufzuchtfutter für fast alle Fischlarven.

  • Jagdtrieb: Die zappelnden Bewegungen der Urzeitkrebse regen den natürlichen Instinkt der Jungfische an.
  • Nährwerte: Sie sind vollgepackt mit Proteinen und wertvollen Omega-3-Fettsäuren.
  • Zucht: Mit einem einfachen Artemia-Set lassen sich die Eier täglich frisch zum Schlüpfen bringen.

3. Die „Old School“ Methode: Infusorien selbst züchten

Wenn selbst Staubfutter noch zu groß ist, helfen Infusorien (Einzeller wie Pantoffeltierchen). Diese lassen sich auf natürliche Weise kultivieren:

Der Heuaufguss

  • Vorgehensweise: Eine Handvoll ungespritztes Heu in ein Glas mit Aquariumwasser geben.
  • Prozess: Zuerst entsteht eine Bakterienblüte (Trübung), kurz darauf vermehren sich die Infusorien und das Wasser klärt sich.
  • Fütterung: Die Einzeller-Wolke vorsichtig mit einer Pipette entnehmen und zu den Larven geben.

Der Lebenszyklus eines Heuaufgusses

  • Vorbereitungsphase (Tag 1–3): Das Wasser wird trüb (Bakterienblüte). In dieser Zeit ist der Aufguss noch nicht als Futter geeignet, da die Belastung zu hoch und die Anzahl der Einzeller zu gering ist.
  • Blütezeit (Tag 4–10): Sobald das Wasser wieder klarer wird, ist die Konzentration an Pantoffeltierchen am höchsten. In dieser Phase ist der Aufguss etwa eine Woche lang haltbar und ideal zum Verfüttern.
  • Abbauphase (ab Tag 10–14): Die Nahrung für die Infusorien geht zur Neige. Die Population bricht zusammen, und das Wasser beginnt oft unangenehm zu riechen.

Woran erkennst du, dass er „abgelaufen“ ist?

Sobald der Aufguss eine der folgenden Eigenschaften zeigt, solltest du ihn entsorgen und nicht mehr ins Aquarium geben:

  1. Der Geruch: Er riecht nicht mehr nur nach „nassem Heu“, sondern faulig oder nach Schwefel.
  2. Die Farbe: Das Wasser wird dunkelbraun oder bildet eine dicke, schleimige Haut an der Oberfläche (Kahmhaut), die nicht mehr verschwindet.
  3. Kein Leben mehr: Wenn du das Glas gegen das Licht hältst und kein „Staubflimmern“ (die Infusorien) mehr siehst.

Der Bananentrick

  • Vorgehensweise: Ein kleines Stück (2–3 cm) Bio-Bananenschale gut durchtrocknen lassen und in ein Glas Aquariumwasser geben.
  • Vorteil: Die Schale liefert extrem viel Energie für eine massive Infusorien-Vermehrung.
  • Sicherheit: Nur Bio-Schalen verwenden! Pestizide in herkömmlichen Bananen sind für Jungtiere tödlich. Geben Sie niemals das gesamte Wasser aus dem Glas ins Becken, da es biologisch sehr belastet ist.

4. Mikrowürmer

Mikrowürmer sind etwa 1–2 mm lang und eine ideale Energiequelle für wachsende Fische.

  • Verhalten: Sie sinken langsam zu Boden und bleiben im Süßwasser lange am Leben und in Bewegung.
  • Einsatz: Da sie sehr fetthaltig sind, sollten sie als Kraftfutter ergänzend zu anderer Nahrung gereicht werden, um ein gesundes Wachstum zu garantieren.
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Das „Extra“ für Gesundheit und Vitalität

Selbst bei einer abwechslungsreichen Fütterung gibt es Situationen, in denen gezielte Ergänzungsmittel den entscheidenden Unterschied machen. Ob zur Unterstützung der Häutung bei Garnelen, zur Stärkung der Abwehrkräfte nach einer Krankheit oder zur Förderung der Farbenpracht – Nahrungsergänzungen sind die „Vitamine“ der Aquaristik.

Die wichtigsten Ergänzungen im Überblick

Mineralien & Spurenelemente
Besonders Wirbellose wie Garnelen und Schnecken sind darauf angewiesen, genügend Mineralstoffe aus der Umgebung und dem Futter aufzunehmen. Mineralpulver hilft beim Aufbau eines stabilen Panzers oder Gehäuses und beugt Häutungsproblemen vor. Ein bekanntes Hilfsmittel ist auch Montmorillonit (Mineralerde), das Schadstoffe bindet und gleichzeitig wichtige Elemente über die Kiemen liefert.

Vitamine für das Immunsystem
Fische können Vitamine nur begrenzt speichern. Besonders bei Stress oder nach Krankheiten sind flüssige Multivitamin-Präparate sinnvoll. Diese werden am besten direkt auf das Trockenfutter getropft, damit sie direkt aufgenommen werden. Ein wertvoller Zusatz ist Beta-Glucan, das die körpereigenen Abwehrkräfte aktiviert.

Natürliche Wirkstoffe
Viele Naturprodukte wirken wie eine sanfte Kur. Knoblauch wirkt beispielsweise appetitanregend und antibakteriell, während Huminstoffe aus Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen die Schleimhäute schützen und pilzhemmend wirken.

Wann ist eine gezielte Ergänzung sinnvoll?

Hier sind typische Situationen und die passenden Maßnahmen für deine Tiere:

  • Nach einer Krankheit: Verwende Multivitamine und Beta-Glucan, um die Regeneration der Fische aktiv zu unterstützen.
  • Bei Häutungsproblemen: Setze auf Mineralpulver und spezielle Calcium-Präparate, um den Panzeraufbau deiner Garnelen zu sichern.
  • Bei blassen Farben: Ergänze den Speiseplan um Farbfutter mit natürlichen Carotinoiden oder blanchierte Paprika, um die natürliche Pigmentierung zu fördern.
  • In sehr weichem Wasser: Nutze die gezielte Zugabe von flüssigen Mineralien zur Aufbereitung der Karbonat- und Gesamthärte (KH/GH).

Wichtiger Hinweis zur Dosierung

Nahrungsergänzungen sind hochkonzentriert – hier gilt das Motto: Weniger ist mehr. Eine Überdosierung kann das Wasser unnötig belasten oder bei Garnelen zu einem unnatürlich schnellen Wachstum führen, was wiederum neue Häutungsprobleme auslösen könnte. Halte dich daher immer strikt an die Dosierungsempfehlungen auf der Verpackung.

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Die Apotheke der Natur

In der Natur fallen ständig Blätter in die Gewässer. Sie bilden am Grund eine dicke Schicht aus organischem Material, die als Versteck und Nahrungsgrundlage dient. Auch im Aquarium ist Laub – oft unter dem Begriff „Botanicals“ zusammengefasst – ein unverzichtbarer Bestandteil für ein stabiles Ökosystem, besonders in Garnelen- und Weichwasserbecken.

Die Vorteile von Laub im Aquarium

  • Dauerfutterquelle: Blätter dienen weniger als Direktfutter, sondern vielmehr als Siedlungsfläche für Bakterien und Mikroorganismen (Biofilm). Garnelen und Welse grasen diese Flächen den ganzen Tag über ab.
  • Huminstoffe: Beim Zersetzungsprozess werden wertvolle Huminstoffe und Gerbstoffe an das Wasser abgegeben. Diese wirken leicht antibakteriell, hemmen Pilze und stärken die Schleimhäute der Fische.
  • Natürliche Verstecke: Besonders für den Nachwuchs bietet eine Schicht aus Blättern am Boden Schutz vor Fressfeinden und reduziert Stress.

Beliebte Laubarten und ihre Wirkung

Seemandelbaumblätter (Catappa)
Das „Allheilmittel“ der Aquaristik. Sie helfen bei Entzündungen und Verpilzungen und werden von Garnelen bis auf das Blattskelett abgeweidet.

Feigenbaumblätter
Ein echter Geheimtipp! Sie sind sehr ballaststoffreich und enthalten wertvolle Mineralien. Da sie eine eher weiche Struktur haben, werden sie von Garnelen sehr schnell als Futter akzeptiert. Sie geben zudem sanfte Gerbstoffe ab, die das Wasser kaum färben, aber dennoch schützend wirken.

Walnussblätter
Getrocknete, grüne Walnussblätter sind ein Leckerbissen. Sie enthalten viele Vitamine und werden von Garnelen deutlich schneller gefressen als andere Laubarten.

Eichen- und Buchenlaub
Ideal für eine langlebige Laubschicht. Sie zersetzen sich nur sehr langsam und bleiben über Monate stabil – perfekt für naturnahe Aquarien.

Erlenzapfen
Sie geben sehr stark Gerbstoffe ab und färben das Wasser bernsteinfarben. Sie sind ideal, um den Keimdruck im Wasser niedrig zu halten.

Tipps zum Sammeln und zur Anwendung

  • Der richtige Zeitpunkt: Heimisches Laub (Eiche, Buche) im Herbst sammeln, wenn es braun ist. Feigenblätter können sowohl grün gepflückt und dann getrocknet als auch als Herbstlaub gesammelt werden.
  • Wichtig bei Feigenblättern: Wenn du grüne Blätter pflückst, lass sie unbedingt vollständig durchtrocknen. Frischer Milchsaft von Feigenbäumen sollte nicht in großen Mengen direkt ins Aquarium gelangen.
  • Vorbereitung: Ein kurzes Überbrühen mit kochendem Wasser sorgt dafür, dass die Blätter schneller absinken und die Zellstruktur für die Garnelen leichter „knackbar“ wird.
  • Standort: Sammle niemals direkt an befahrenen Straßen oder gespritzten Feldern.

Wichtiger Sicherheitshinweis

Wie alle organischen Materialien belastet auch Laub bei der Zersetzung das Wasser. Achte auf eine gute Filterung und beobachte deine Wasserwerte, wenn du größere Mengen Laub einbringst.

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Das „rote Gold“ – Viel mehr als nur ein Farbstoff

Wer Astaxanthin nur als Farbfutter bezeichnet, um Fische röter und Garnelen leuchtender zu machen, tut diesem erstaunlichen Stoff Unrecht. In der modernen Aquaristik gilt Astaxanthin als eines der wichtigsten Funktionalfutter, da es tiefgreifende Auswirkungen auf die Zellbiologie und das Immunsystem der Tiere hat.

Was ist Astaxanthin eigentlich?

Chemisch gesehen gehört Astaxanthin zur Gruppe der Carotinoide (speziell zu den Xanthophyllen). Es wird in der Natur primär von der Mikroalge Haematococcus pluvialis produziert. Wenn diese Alge unter Stress gerät (z. B. durch starke Sonneneinstrahlung oder Nährstoffmangel), bildet sie Astaxanthin als Schutzschild. In der Nahrungskette sorgt es dafür, dass Lachse ihre Ausdauer für Wanderungen behalten und Flamingos ihr rosa Gefieder bekommen.

Der Mythos: „Nur für die Optik?“ – Die Fakten:

Astaxanthin ist kein künstlicher Farbstoff, sondern ein lebenswichtiges Antioxidans. Hier sind die Gründe, warum es für deine Aquariumbewohner essenziell ist:

1. Das stärkste Antioxidans der Welt

Astaxanthin wird oft als „Diamant unter den Antioxidantien“ bezeichnet. Seine Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren, ist um ein Vielfaches höher als bei bekannten Vitaminen. Wissenschaftliche Vergleiche zeigen die beeindruckende Radikalfängereigenschaft:

  • 6000-mal stärker als Vitamin C
  • 800-mal stärker als Coenzym Q10
  • 550-mal stärker als Vitamin E

Im Aquarium bedeutet das: Es schützt die Zellmembranen deiner Fische und Garnelen vor oxidativem Stress, der durch Transport, Umsetzen oder Wasserwertschwankungen entsteht.

2. Immunsystem und Vitalität

Astaxanthin greift aktiv in die Immunantwort ein. Es fördert die Bildung von Antikörpern und aktiviert die Immunzellen. Fische, die regelmäßig Astaxanthin aufnehmen, zeigen eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle Infektionen und Parasiten. Es wirkt wie ein interner Schutzschild gegen Krankheitserreger.

3. Fruchtbarkeit und Aufzuchterfolg

Für Züchter ist Astaxanthin unverzichtbar. Es reichert sich in den Eizellen der Weibchen an und schützt die empfindlichen Embryonen vor UV-Strahlung und Oxidation.

  • Höhere Schlupfraten: Die Larven schlüpfen kräftiger.
  • Bessere Überlebensrate: Jungtiere, die über das Dottersack-Stadium hinaus mit Astaxanthin versorgt sind, zeigen eine schnellere Entwicklung und geringere Sterblichkeitsraten.

4. Schutz vor UV-Licht

Besonders in flachen Aquarien oder Teichen mit starker Beleuchtung schützt Astaxanthin die empfindliche Haut der Fische und den Panzer der Garnelen vor Zellschäden durch Lichtstrahlung. Es fungiert quasi als „inneres Sonnenschutzmittel“.

Die optische Wirkung: Ein angenehmer Nebeneffekt

Natürlich sorgt Astaxanthin auch für eine spektakuläre Farbausbildung. Da Fische und Garnelen Carotinoide nicht selbst herstellen können, müssen sie diese über die Nahrung aufnehmen.

  • Bei Garnelen sorgt es für ein tiefes, sattes Rot und eine klare Abgrenzung der Pigmente.
  • Bei Fischen (z. B. Diskus, Guppys oder Koi) intensiviert es die Farben, ohne die weißen Hautpartien zu verfärben (im Gegensatz zu minderwertigen Farbstoffen).

Fazit:

Astaxanthin ist ein lebensnotwendiger Baustein für ein langes und gesundes Leben im Aquarium. Es unterstützt die Tiere dort, wo man es mit bloßem Auge nicht sieht: in den Zellen, im Blut und im Immunsystem. Die leuchtenden Farben sind lediglich das äußere Zeichen für ein gesundes, vitales Tier.

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Urlaubssicher: So bleibt dein Aquarium während der Reise stabil

Ein Urlaub soll Entspannung bringen – auch für den Aquarianer. Damit du nach deiner Rückkehr kein böses Erwachen erlebst, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Ein Aquarium läuft am stabilsten, wenn man kurz vor der Abreise keine radikalen Änderungen vornimmt, sondern das bestehende System sichert.

1. Sicherheit zuerst: Keine neuen Bewohner vor dem Urlaub

Dies ist die wichtigste Grundregel, um Verluste zu vermeiden. Es ist verlockend, das Becken kurz vor der Reise noch einmal „aufzuhübschen“, doch das Risiko ist enorm.

  • Krankheitsrisiko: Neue Fische oder Garnelen können Krankheitserreger oder Parasiten einschleppen, gegen die dein Altbesatz keine Abwehrkräfte hat. Wenn eine Krankheit ausbricht, während du weg bist, kann niemand eingreifen. Viele Aquarianer haben so bereits ihren gesamten Bestand verloren.
  • Die 4-Wochen-Regel: Setze mindestens vier Wochen vor Reiseantritt keine neuen Tiere mehr ein. So hast du genug Zeit, den Gesundheitszustand aller Bewohner zu beobachten.

2. Technik-Wartung: Luftheber und Filter-Check

Ein technischer Defekt während der Abwesenheit kann zum Sauerstoffmangel oder zum Zusammenbruch der Nitrifikation führen.

  • Luftheber reinigen: Luftbetriebene Filter (Schwammfilter) setzen sich mit der Zeit durch Biofilme oder Kalk in den feinen Düsen des Ausströmers zu. Reinige den Luftheber gründlich, damit der volle Durchfluss und die Sauerstoffversorgung garantiert sind.
  • Filterhygiene: Drücke die Filterschwämme leicht in einem Eimer mit abgesaugtem Aquariumwasser aus. Reinige den Filter jedoch niemals „klinisch rein“, um die Nutzbakterien nicht zu vernichten.
  • Pflanzen & Mulm: Schneide schnellwachsende Pflanzen etwas zurück, damit sie nicht die Oberfläche fluten, und entferne grobe Pflanzenreste, die im Urlaub verfaulen könnten.

3. Langzeit- und Urlaubsfutter: Wer frisst was?

In einem gut eingefahrenen Becken finden Tiere oft mehr Nahrung, als man denkt. Dennoch gibt es für längere Reisen bewährte Lösungen:

  • Ferienfutter-Blöcke (Langzeitfutter): Diese Blöcke lösen sich über 7 bis 14 Tage langsam auf und geben kontinuierlich Futterpartikel frei. Sie sind ideal, um eine Grundversorgung zu sichern, sollten aber vorab getestet werden, da sie die Wasserhärte leicht beeinflussen können.
  • Futterautomaten: Sie sind die professionellste Lösung für Granulatfutter. Teste den Automaten unbedingt eine Woche vorher, um die Portionsgröße genau einzustellen.
  • Botanicals für Garnelen: Ein frisches Seemandelbaumblatt oder ein getrocknetes Feigenblatt im Becken dient als perfekte Langzeitnahrung. Während sie sich zersetzen, bieten sie Garnelen wochenlang einen wertvollen Biofilm als Futterquelle.
  • Die Fasten-Methode: Bei Kurztrips bis zu einer Woche kommen gesunde, erwachsene Fische meist komplett ohne Fütterung aus, ohne Schaden zu nehmen.

4. Dein Zeitplan: Die Vorbereitung Schritt für Schritt

Um nichts zu vergessen, kannst du dich an diesem bewährten Ablauf orientieren:

Vier Wochen vor dem Urlaub:
Schließe den Kauf neuer Tiere oder Pflanzen ab. Ab jetzt gilt ein Aufnahmestopp, um das Einschleppen von Krankheiten konsequent auszuschließen.

Eine Woche vor dem Urlaub:
Führe den Technik-Check durch. Reinige die Luftheber, kontrolliere Schläuche auf festen Sitz und prüfe die Zeitschaltuhren der Beleuchtung. Falls du einen Futterautomaten nutzt, nimm ihn jetzt in Betrieb.

Drei Tage vor dem Urlaub:
Mache einen letzten großen Wasserwechsel (ca. 50 %) und reinige die Scheiben. Das senkt die Keimdichte und sorgt für einen Puffer bei den Wasserwerten.

Einen Tag vor dem Urlaub:
Beobachte alle Tiere intensiv. Atmen sie normal? Fressen alle? Jetzt ist der letzte Moment, um bei Unregelmäßigkeiten noch eingreifen zu können.

Am Abreisetag:
Wirf einen letzten Kontrollblick ins Becken: Läuft der Filter? Sprudelt der Luftheber? Ist die Heizung auf der richtigen Temperatur? Füttere am Abreisetag gar nicht oder nur extrem sparsam, um das Wasser während deiner Abwesenheit nicht direkt zu belasten.